Neues Mitglied im Führungsgremium

Prof. Dr. Franz Quint zum neuen Prorektor der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft gewählt

 

Am gestrigen Dienstag, 14. November 2017, wurde in der Sitzung des Hochschulsenats Prof. Dr. Franz Quint zum neuen Prorektor für Forschung der Hochschule Karlsruhe gewählt. Der neue Prorektor bedankte sich beim Senat für das entgegengebrachte Vertrauen und betonte, dass ein großer Rückhalt in den verantwortlichen Gremien der Hochschule eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit in der Führung der Hochschule mit Rektor Prof. Dr. Frank Artinger, Prorektor Prof. Dr. Dieter Höpfel und Kanzlerin Daniela Schweitzer sei.

Franz Quint wurde 1965 in Hatzfeld im rumänischen Banat geboren und lebt heute mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Rastatt. Sein Abitur legte er 1983 im Nikolaus-Lenau-Lyzeum in Temeswar ab, der rumänischen Partnerstadt Karlsruhes. 1984 nahm er das Studium der Elektrotechnik an der dortigen Polytechnischen Universität auf, das er nach seiner Ausreise nach Deutschland 1987 an der Universität Karlsruhe fortsetzen und 1990 sehr erfolgreich abschließen konnte. Bis 1997 folgten Tätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Karlsruhe und beim Karlsruher Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung sowie Lehraufträge an der Fachhochschule Karlsruhe (der heutigen Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft) in der Nachrichtentechnik und für Ingenieure der Deutschen Bahn in Elektrotechnik. 1997 konnte er an der Universität Karlsruhe seine Promotion mit Auszeichnung abschließen. Von 1997 bis 2002 war er Entwicklungsingenieur, anschließend Leiter der Gruppe Algorithmen und Neue Verfahren, später Leiter der Abteilung Digitale Signalverarbeitung der Daimler-Benz Aerospace AG, Ulm (heute Airbus). Im März 2002 wurde er zum Professor für Nachrichtentechnik an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Karlsruhe berufen.

Im neuen Amt sieht Prof. Quint große Verantwortung, aber auch Gestaltungsspielraum: „Die Arbeit an Hochschulen hat großen Einfluss auf die Gesellschaft und das trifft insbesondere auf die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, die früheren Fachhochschulen zu, denn rund 60 % der Ingenieure werden dort ausgebildet. Gute Ingenieurinnen und Ingenieure sind das Rückgrat der Wirtschaft und damit letztlich auch Quelle und Garant des Wohlstands in Deutschland. Deshalb sind mir der Erhalt und die Weiterentwicklung einer ausgezeichneten Hochschullehre und der Ausbau der angewandten Forschung außerordentlich wichtig. Stetige Anpassungen an die sich ändernden Anforderungen müssen ohne Abstriche an Niveau und Qualität erfolgen.“

Als Professor an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik kann er auf umfangreiche eigene Erfahrungen in der angewandten Forschung insbesondere in den Schwerpunkten Informationstheorie und Codierung, Digitale Nachrichtenübertragung sowie Digitale Signal- und Bildverarbeitung verweisen. Jüngste Projekte sind:

  • MERSES: Modellgestützte Entwurfs- und Realisierungsmuster für signalverarbeitende eingebettete Systeme (Förderung durch Europäische Union und Landesstiftung Baden-Württemberg)
  • LifeAid: Light Field Enhanced Acoustic Navigation for Visually Disabled Persons (Förderung durch BMBF)
  • Mosyko3D: Modulares Sensorsystem zur kontextbezogenen optischen Erfassung und Verarbeitung von 3D-Daten (Förderung durch Baden-Württemberg Stiftung)
  • HyperMod: Generalisierung mathematischer Prozess- und Objektmodelle: Hyper-Modelle und deren Anwendung (Förderung durch BMBF, Programm FHProfUnt)

Zudem war er Betreuer mehrerer Promotionen bzw. Korreferent für Doktorarbeiten an Partnerhochschulen der HsKA weltweit sowie Gutachter für Forschungsprojekte bei der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) und des Ontario Research Fund.

Sehr gute Lehre könne nur auf dem Fundament der neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft stattfinden. „Es ist die Forschung“, so Prof. Quint, „die eine Hochschule von anderen Bildungseinrichtungen unterscheidet und sie aus der Reihe gleichartiger Institutionen hervorhebt.“

In der Verbindung von Forschung und Lehre sieht er ein großes Zukunftsfeld für die Hochschule unter dem Stichwort „lebenslanges Lernen“ im Ausbau der Angebote zur beruflichen Weiterbildung. Von ihm stammt die Konzeption des ersten berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Elektrotechnik – Elektronische Systeme und Management“ der Hochschule Karlsruhe, der zum Wintersemester 2016/17 eingeführt werden konnte und dessen Leitung er ehrenamtlich übernahm.

Prof. Quint tritt das Amt des Prorektors in der Nachfolge von Prof. Dr. Markus Stöckner an, der sich künftig in stärkerem Maße wieder eigenen Forschungsprojekten an der Fakultät für Architektur und Bauwesen widmen möchte.

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