Internationaler Programmierwettbewerb

(Foto: Marcel Engelmann) Haben mit dem „HackZurich“ Europas größten Hackathon gewonnen (v. l.): das studentische Team der Hochschule Karlsruhe mit Tobias Oliver Khan, Jan André, Dennis Wehrle und Matt Koslowski

Studentisches Team der Hochschule Karlsruhe gewinnt „HackZurich“, Europas größten Hackathon mit 5 000 Bewerbern und mehr als 500 Teilnehmern

Der internationale Programmierwettbewerb „HackZurich“ wird seit vier Jahren von Freiwilligen organisiert, die an der ETH bzw. Universität Zürich studieren oder studiert haben und fand 2017 vom 15. bis 17. September im Technopark Zürich statt, und zwar durchgehend, also drei Tage und zwei Nächte. Er ist Europas größter Programmierwettbewerb dieser Art mit 5 000 Bewerbern und mehr als 500 Teilnehmern in 150 Teams aus 50 Ländern aller Kontinente. Dem Gewinner winkt ein Preisgeld von 5 000 Schweizer Franken.

Auch ein studentisches Team der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft war am Start: Jan André und Matt Koslowski, beide konnten den Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik in diesem Jahr abschließen, Tobias Oliver Khan, der diesen Studiengang voraussichtlich Anfang 2018 abschließt, und Dennis Wehrle, Absolvent des Bachelorstudiengangs und aktuell Student des Masterstudiengangs Informatik, den er auch voraussichtlich Anfang 2018 abschließen kann.

Beim Programmierwettbewerb „HackZurich“ gibt es keine übergeordneten Themen oder Aufgabenstellungen und damit zu erfüllende Vorgaben. „In Teams von zwei bis fünf Teilnehmern sollen diese in 40 Stunden Probleme programmiertechnisch lösen und vor allem viel Spaß haben“, betont Dennis Wehrle. In diesem Wettbewerb konnten die Karlsruher eine Anwendung entwickeln und der Jury präsentieren, die Rettungskräfte in brennenden Gebäuden über Einblendungen direkt zu Personen führen kann, die sich noch im Gebäude befinden. Das mit Sensoren ausgestattete Gebäude erkennt, dass ein Feuer ausgebrochen ist und alarmiert selbstständig die Feuerwehr. Die eingetroffene Einsatzleitung kann über eine App auf die Daten des Gebäudes und die der Retter zugreifen. Wo genau liegt der Brandherd? Wo befinden sich noch Personen, die gerettet werden müssen? Wo befinden sich die Retter und wie ist ihre Situation? Mit diesen Daten kann die Einsatzleitung den Rettern im Gebäude Informationen zukommen lassen. Die Retter verfügen dazu am Helm über eine „HoloLens“, über die Hologramme im Blickfeld des Trägers eingeblendet werden, beispielsweise mit Wegbeschreibungen zu den Hilfebedürftigen. Das funktioniert auch, wenn die Sicht beispielsweise durch Rauch beeinträchtigt ist. So haben die Retter alles in ihrem Sichtfeld und zudem die Hände frei, was für die Arbeit sehr hilfreich ist. „Zwar gibt es bei dem Wettbewerb keine konkreten Aufgabenstellungen“, erläutert Matt Koslowski, „Sponsoren des HackZurich stellen aber ‚Challenges‘ vor, an denen die Teams dann arbeiten können. So hatten die Unternehmen Zühlke Group, Swiss Life Lab und Viessmann das Arbeitsfeld ‚Smart Home/Building‘ thematisiert, für das sie auch kleine Holzhäuser gestellt hatte, die mit Sensoren ausgestattet waren. Diese konnten wir dann gut für die Demonstration unserer Anwendung nutzen.“

Kreativität, Sinnhaftigkeit und Technik überzeugten auch die Jury, sodass die Gruppe der Hochschule Karlsruhe – für sie selbst völlig überwältigend – den 1. Platz unter 150 Teams belegte und mit einem Preisgeld von 5 000 Schweizer Franken ausgezeichnet wurde.

„Wir hatten uns 2015 zum ersten Mal beworben und wurden seitdem auch jedes Jahr angenommen“, so Jan André, „jedes Mal haben wir etwas dazugelernt, aber dass wir dieses Jahr den ‚Grand Prize‘ gewinnen konnten, ist überwältigend. Die Atmosphäre beim HackZurich ist unbeschreiblich. Man kann es sich nicht vorstellen, wenn man nicht selbst einmal dort war.“ Und Dennis Wehrle ergänzt: „Wir haben beim ‚HackZurich’ auch gelernt, wie wichtig Teamwork ist: zwei Tage unter hohem Zeitdruck und ohne Schlaf zielführend zusammenzuarbeiten ist anstrengend, aber mit dem richtigen Team macht es riesigen Spaß. Es ist auch ein einzigartiges Erlebnis, mit so vielen kreativen ‚Hackern‘ an einem Ort zu arbeiten – das motiviert uns enorm.“ Und so wird das Preisgeld auch nicht „fachfremd“ eingesetzt: „Da wir uns sehr für Kryptowährungen interessieren, haben wir einen großen Teil des Gewinns in solche investiert“, erklärt Tobias Oliver Khan, „das kann auch nicht schaden, denn unser nächster Hackathon wird der Hack4Climate sein, der Blockchain-Hackathon der UN-Klimawandel-Konferenz in Bonn.“

„Dieser Erfolg unserer Studierenden und Absolventen ist für uns aufs Neue ein beeindruckender Beleg für die Kombination von Fachwissen und ausgeprägtem Praxisbezug unserer Lehre und auch dafür, wie gut es unsere Studierenden schaffen, ein solch komplexes Projekt zu planen und sogar unter Zeitdruck umzusetzen“, betont Prof. Dr.-Ing. Frank Artinger, Rektor der Hochschule Karlsruhe, „und dass unsere Studierenden bestens auf die berufliche Praxis vorbereitet werden, bestätigen uns auch immer wieder unsere Ergebnisse in renommierten Hochschulrankings.“

Um die berufliche Zukunft des vierköpfigen Teams muss man sich auch keine Sorgen machen: „Ja, man kommt während des Events schon mit den Unternehmen in Berührung und spricht über deren Technologien“, bestätigt Dennis Wehrle mit einem Lächeln, „gerade wenn man eine Sponsoren-Challenge bearbeitet hat, ist schon Interesse da!“

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