Autor Marc Elsberg an der FH Aachen: Zwischen Fiktion und Realität

Foto: FH Aachen / Arnd Gottschalk

„Unsere westliche Welt ist hochgradig vernetzt“, sagt Marc Elsberg, „in allen Systemen, die wir zum Funktionieren brauchen, steckt Strom“. Oder auch nicht. Was im Fall eines umfassenden Stromausfalls infolge einer gezielten Hacker-Attacke passiert, hat der 50-jährige Österreicher in seinem Thriller „Blackout – Morgen ist es zu spät“ beschrieben. Jetzt war er zu Gast an der FH Aachen.

Ohne Strom geht nichts: Geldautomaten verweigern ebenso ihren Dienst wie Zapfsäulen, die Kühltheke im Supermarkt und nicht zuletzt die Wasserversorgung und damit auch Toilettenspülungen. Binnen weniger Tage bricht das öffentliche Leben zusammen, unsere vernetzte Just-in-Time-Gesellschaft braucht den Strom aus der Steckdose wie der Mensch die Luft zum Atmen. „Blackout“ erzählt, welche Folgen ein Zusammenbruch der Energieversorgung haben und welche menschlichen Reaktionen er auslösen kann. Bei seinem Besuch an der FH erzählt der Autor, warum er sich für einen Cyberangriff als Auslöser des Stromausfalls entschied: „Wenn man menschliches Versagen oder natürliche Ursachen als Grund annimmt, dann ist der Strom nach drei bis vier Tagen wieder da. Ich wollte aber mindestens zehn Tage haben.“

„Blackout“ ist Fiktion – aber das Szenario hat einen ernsten Hintergrund. Über viele Monate hinweg hat der Autor recherchiert, mit Fachleuten aus der Energiewirtschaft gesprochen und mögliche Situationen durchgespielt. Bei seinem Besuch an der FH Aachen nutzte er die Gelegenheit, mit Forscherinnen und Forschern ins Gespräch zu kommen. Dabei ging es um Energie, Elektrotechnik und IT-Sicherheit, aber auch um Chemie sowie um Nano- und Biotechnologien. Bei der Abendveranstaltung im Hauptgebäude der FH Aachen präsentierten unter anderem die FH-Experten Prof. Dr. Marko Schuba (ITSicherheit) und Prof. Dr. Jörg Borchert (Energiewirtschaft und Informatik) ihre Sicht auf das Thema. Eine abschließende Gesprächsrunde bot Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Experten zu diskutieren.

Wie groß das öffentliche Interesse an diesem Thema ist, zeigt die überwältigende Resonanz, die die Veranstaltung mit Marc Elsberg hervorgerufen hat. Rektor Prof. Dr. Marcus Baumann zieht ein rundum positives Fazit: „Mehr als 500 Gäste sind zu uns gekommen, wir hatten nur mit einem Bruchteil gerechnet.“ Die Veranstaltung bildete den Auftakt einer Reihe, die von der FH Aachen organisiert wird und die auf die erfolgreiche Teilnahme der FH Aachen am bundesweiten Wettbewerb „Eine Uni – ein Buch“ zurückgeht. Und auch die Veranstaltung selbst zeigte, wie abhängig wir alle von einem funktionierenden Stromnetz sind – ein Team des Technischen Hilfswerks rund um Dominik Hölscher, das vor Ort seine Netzersatzanlage präsentierte, vermochte den realen Blackout kurzfristig zu beheben. Prof. Baumann sagte zum Abschluss: „Es sollte bei dieser Veranstaltung um einen Blackout gehen, allerdings hätte es auch ein bisschen weniger realistisch sein dürfen.“

Mit freundlicher Unterstützung:
• Blanvalet Verlag
• Crolla Lowis Partnerschaftsgesellschaft
• KISTERS AG
• Mayersche Buchhandlung KG
• ProCom GmbH
• REGINA e.V.
• SOPTIM AG
• Stiftung Energieinformatik
• regio iT gesellschaft für informationstechnologie mbh

Veranstaltungspartner:
• Currenta GmbH & Co. OHG
• Leitungspartner GmbH
• Stadtwerke Düren GmbH

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